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28. Aug 2011

Eine Reise wert: Zoo Osnabrück

Ein Zoo verändert sich

Wir waren heute im Zoo Osnabrück. Nicht zum ersten Mal, wir hatten bereits ca. ein Dutzend Mal das Vergnügen, Jahreskarten machen es auch für uns möglich. Und es ist tatsächlich immer wieder eine Freude dorthin zu fahren, weil sich im Zoo etwas tut und praktisch jedesmal Veränderungen zu sehen sind. Und wenn dann auch noch die Zoomitarbeiter so freundlich, kompetent und ruhig sind wie die Dame im unterirdischen Zoo heute, die mir ein wenig Einblick in das Leben der Mulle gab, dann bin ich um so lieber dort.

Natürlich habe wir auch vorher schon Zoos besucht. Zum Beispiel den Tierpark Hagenbeck, aber der war mir immer zu eng. Zu viel Tiere auf zu wenig Raum. Und viel zu viele Menschen. Oder der Zoo Hannover, der für uns gut erreichbar ist. Aber die sind viel zu teuer, Hunde kosten extra (ein dicker Minuspunkt, zum Zeitpunkt der Besuche hatten wir zwei davon!). Und Hannover erschien mir damals teilweise unwürdig und zu sehr auf die Menschen bezogen, die in Massen durch den Zoo zogen.
Ein Gegenentwurf ist Apenheul, dort waren wir leider bisher nur ein einziges Mal, ist halt weit weg und auch nicht gerade billig. Dieser schöne Park mit seiner größtenteils käfiglosen Haltung von Affen und Menschenaffen ist wunderbar, auch wenn die Freiheit der Tiere natürlich nur eine Illusion ist. Aber dort wurde halt von Anfang an das Augenmerk auf das Wohl der Tiere gelegt und nicht auf deren visuelle Verfügbarkeit. Die Gehege sind so groß und bieten so viel Rückzugsmöglichkeiten, dass die Affen - wenn sie denn nicht gerade dem Essen der zweibeinigen Tiere nachjagen - völlig ungestört leben können. Und die Möglichkeit, dass die Affen in den Gehegen, in denen die Besucher umher gehen können, Vertrauen fassen und zu einem kommen, gefällt nicht nur den kleinen Zweibeinern, das kann ich Euch sagen!

Das Wisentgehege Springe und der Tierpark Olderdissen sind auch sehr schön, ersterer durch seine unglaubliche Weitläufigkeit mit altem Wald und für Zoos riesigen Wiesen, letzterer auch durch den fehlenden Eintrittspreis.

Alle diese Eindrücke sind natürlich völlig subjektiv, das möchte ich ausdrücklich betonen. Und - bis auf Apenheul - haben sie alle etwas gemeinsam: Es gibt mehr oder weniger viele Relikte aus der alten Zoo-Zeit, in der Tiere gefälligst um jeden Preis zur Verfügung zu stehen hatten. Aber in allen Zoos sind deutliche Bemühungen und Veränderungen zu sehen dies in Richtung weniger Vielfalt und mehr "Natur" zu verschieben.

Aber letztendlich sind wir irgendwie in Osnabrück hängengeblieben, obwohl ich damals nach ersten Besuch, genau wie in Hannover, gesagt habe "Da geh ich nicht wieder hin!" Der erste Eindruck nach dem Betreten des Zoos waren nämlich die Flamingos, die in einem übel stinkenden Tümpel ihr Dasein fristeten. Der zweite Eindruck war ein furchtbares Affenhaus am selben Tümpel ein Stück weiter. Und das furchtbarste war für mich der Käfig der Luchse. Aber den anderen - vor allem den Kindern - hatte es bei aller Kritik sehr gefallen, und sie wollten gern wieder dahin.

Und irgendwie hat beim Nachdenken etwas von diesem Zoo seine Anziehungskraft entfaltet. Ich weiß nicht genau, was das war, aber die Mischung aus relativer Nähe, Freude der Kinder, günstiger Familienjahreskarte, Pläne des Zoos, schon vorhandener schöner Gehege und Neugier führte dazu, dass wir eben wieder hinfuhren und die Jahreskarte erwarben.

Des Zoos letzter Streich ist das Kajanaland. Liebe Leute vom Zoo: Das ist einfach toll, was Ihr da gestaltet habt! 1,5 ha eines Stadtzoos für ca. 25 Tiere. Viel Platz, viele alte Bäume, Rückzugsmöglichkeit für alle Tiere, schöne Gesamtgestaltung. Die wunderschönen Silberfüchse, die beiden Braun-/Eisbär-Hybridbären Tips und Taps in ihrem Tal, Rentiere, Wisente, Nerze, die in den Wipfeln verschwundenen Waschbären, die beiden ebenfalls nicht auffindbaren Vielfraße: Alle sind theoretisch vom tollen Höhenpfad gut zu betrachten, besonders das Bären- und Rentiergehege vermittelt einen guten Eindruck von Landschaft. Besonders gefreut habe ich mich für die beiden Luchse, die jetzt sehr viel Platz in ihrem Wald haben! Aber die beiden haben natürlich gepennt, als wir da waren. Toll. Aber so sind sie eben, die Luchse. Gähnen, schlafen, gähnen, schlafen, gähnen, müde die Spinner auf dem Weg beäugen, weiter schlafen.
Alle neuen Gebäude haben Gründächer bekommen, bei den zukünftigen Klimahöhlen wurde der Betonbau um 2 alte Buchen herumgebaut. Und der Handlauf des Höhenpfades ist ein Traum ;-) Alles lädt sehr zum Verweilen ein.

Aber darf ich doch über zwei Dinge meckern?

Für das Geländer des Höhenpfades wurden an den Kurven und Kreuzungen Metalllochbleche verwendet. Warum denn das? Die Dinger sind potthässlich und machen einen Höllenlärm, wenn Kinder mit ihren Füßen dagegen treten. Und das kam nicht nur einmal während unseres Besuches dort vor. Warum bloß wurde das ansonsten verwendete schöne (und stille!) Edelstahldraht-Geflecht nicht bis zu den Ecken gezogen?

Welcher Lehrling hat die Handlaufbefestigungen angefertigt? Wurde dem nicht beigebracht, dass das Entgraten von Metallteilen Unannehmlichkeiten verhindern kann? So toll und schmeichelhaft dieser Handlauf auch ist, die Befestigungen sind scharfkantig. Vielleicht lässt sich das ja noch ändern. Edelstahfeilen und -schleifmittel existieren.

Fazit: Nach dem ebenfalls sehr gelungenen, aber noch sehr unfertig scheinenden Takamanda, dass im Juni 2010 eröffnet wurde, ist das Kajanaland ein weiterer Meilenstein in der Umgestaltung zu einem ansprechenden und tiergerechtem Zoo. Wir freuen uns auf weitere Veränderungen in dieser Richtung und werden immer wieder gern dorthin fahren. Die Belästigung durch die schrecklichen Fotogeier am Eingang lässt sich jetzt noch leichter ertragen!

Und als Schlussbemerkung möchte ich noch anfügen, dass sich der ganze Text wie Werbung anhört und das natürlich nicht beabsichtigt ist. Ich finde den Zoo einfach schön.

Bilder werden nach dem nächsten Besuch nachgereicht.

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