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05. März 2013

Endlich wieder Wölfe

Ein Versuch Isegrims Ruf zu verbessern

Seit längerer Zeit sind Wölfe wieder in Deutschland heimisch, vor allem in Sachsen und Brandenburg. Aber nun sind sie auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen und machen sich auf den Weg in den Rest der Republik. Oder aus Wolfssicht: Auf in unbesiedeltes Gebiet!

Es dürfte da nur ein paar Problemchen geben, nämlich grundlos verängstigte Wesen, die nicht mehr Tier genannt werden wollen und dabei nicht kapieren dass sie es doch sind: Wir.

Wie wiele von uns hätten Angst, wenn ein Wolf vor uns stünde? Bzw. würden ihn überhaupt als solchen erkennen?

Ich fürchte, dass die letztere Zahl recht klein ist und zu Verirrungen im Wald führen könnte: "Och guck mal! Ist das ein Husky? Oder ein Schäferhund? Komm mal her Kleiner, hast Du Dich verlaufen?"
Und die Angst? Ich gebe zu, dass mir auch nicht wohl wäre, aber ich würde nicht vor Angst schlottern, sondern eher vor Freude.

Aber da wären ja auch noch die Bauern, Schäfer und zu guter Letzt die lieben Jäger.

Vor allem an die ersten beiden Gruppen richtet sich der NABU mit einer rufverbessernden Aufklärung über Verhalten und Nahrungsgewohnheiten der Wölfe bei uns. Wie unbegründet die Angst von Tierhaltern ist zeigt sich am Anteil von Nutztieren in der Nahrung von Wölfen: 0,8%.
Wem das als Sicherheit nicht reicht, der baue einen Zaun und halte einen Hund. Dann passiert nichts mehr. Wölfe springen nicht über Zäune. Und sie mögen Hunde nicht und nehmen vor ihnen reißaus.

Aber es gibt noch einen weiteren Punkt: 95% der Wolfsnahrung besteht aus Tieren die Jäger gern für sich hätten: Rehe, Damhirsche, Wildschweine und Rotwild. Da ja die offizielle Lesart der Jagd Tierschutz heißt werden sich die Jäger kaum öffentlich der Einwanderung des Wolfes entgegenstellen. Aber es wird ohne Zweifel bei sehr vielen Jägern ein Konkurrenzdenken auftreten. Und anschließend der Beseitigungsreflex, wie schon so oft. Begründung: Oh, ja wollt Ihr denn wieder massenhafte Tollwut oder Staupe?

Ich lasse mich sehr gern vom Gegenteil überraschen, und ich wünsche es dem Wolfrudel, das demnächst hier in der Gegend auftauchen wird, von ganzem Herzen.

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