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23. März 2014

Autarkes Weidezaungerät

Photovoltaik, Blei und Weidezaun

In den letzten Wochen hat unser mobiles Weidezaungerät mächtig genervt. Nachdem die alte Autobatterie nach ca. 9 Jahren (sic!) recht schnell an Kapazität verlor, habe ich eine neue alte beim Schrotti um die Ecke (G.Neumann) besorgt, dankenswerterweise für lau im Tausch gegen die mindestens doppelt so schwere kaputte. Die "neue" hatte unter Last zwar nur noch 8,5V aber bei einem Weidezaungerät sind ja auch keine Ströme mit hunderten Ampere zu erwarten.

Naja, auch diese Batterie hat nur noch Kapazität für eine Woche Weidezaunbetrieb. Es stellte sich also die Frage entweder eine neue Autobatterie zu kaufen (Ja, es wäre kein zyklenfester Akku geworden! Die alte Bleibombe hat mindestens 100 Ladezyklen ausgehalten, eher mehr, meist von 100% auf 0%. Ein Solarakku ist schlicht zu teuer!). Eine neue Batterie mit wenig Nervfaktor - d.h. entsprechend großem C - kostet ca. 100€.

Oder das Ding wird stromtechnisch autark. Da ich mit Inselanlagen keinerlei Erfahrung habe, war ein bisschen denken angesagt:
1. Was verbraucht das Gerät am Tag?
2. Wie viel Restkapazität hat die Batterie?
3. Wieviel muss nachgeladen werden?
4. Wie lange sollen dunkle Tage überbrückt werden?
5. Was ist im Winter?

5. war einfach: normalerweise stehen die Pferde im Winter im Stall, daher ist dort stationärer Betrieb möglich. Die dunkelsten Monate brauchen also nicht überbrückt zu werden. Dieses Jahr war vermutlich eine Ausnahme.

Das Weidezaungerät zieht 0,13A, sind am Tag also 3Ah oder ca. 40Wh, die mindestens nachgeladen werden müssen. EIne Akkuladung hält knapp 6 Tage, nutzbare Restkapazität sind bei angegebenen 34Ah also ca. 17Ah (Ja, der Akku ist recht klein, aber Neumann hatte gerade nix anderes...)

so sieht das Low-/High-Tech-Ensemble aus

Ein kleines 20W PV-Modul und ein kleiner Laderegler sollten meiner Meinung nach den Job erledigen. Bestätigt wurde ich dann im wesentlichen von der später gefunden Seite "Dimensionierung von Inselanlagen". In der allseits gehassliebten Verkaufsbucht fanden sich dann das passende Panel und ein kleiner 12A 12/24V Laderegler für zusammen 64€. Locker einen Versuch wert.

Modulhalterung aus Eiche - bin halt Tischler ;-)

Heute dann nach ein bisschen Bastelei (Traggestell für das Modul) die ersten Versuche: Bei wechselhaftem Wetter bleibt der Akku voll, selbst gegen abend lief das Gerät praktisch vollständig über die PV (Zeitgleich brachte unserer große PV-Anlage ca. 15% ihrer Maximalleistung. Passt also). Ich habe dann am frühem Nachmittag bis abends den Laderegler abgeklemmt, um bis morgen früh einen einigermaßen beanspruchten Akku zu haben.

Ladeendspannung ist i.O.

Die Ladeendspannung beim Solarregler beträgt übrigens etwas über 14,2V. Damit gast der Akku nicht aus und sollte für lange Zeit seinen Dienst tun.

In den nächsten Tagen kann ich abschätzen, ob alles klappt, denn das Wetter soll wechselhaft bleiben.

fünf Kommentare

Moinsen!
Jetzt nach ein paar Tagen kann ich sagen, dass die Anlage sehr gut funktioniert. Morgens nach kurzer Aufladezeit und bedecktem Himmel bereits wieder 12,4V, gegen mittag ist der Akku voll und startet Abends mit ca. 12,7V in die Nacht.

Leider gab’s bisher keinen wirklich dunklen Tag oder gar einen Regentag. Nur wechselhaft oder Sonne ;-)

Aber irgendwann wird’s schon regnen, dann berichte ich weiter.

Übrigens, ich dachte, dass ich mit dem ganzen Kram zwar vielleicht nicht leading edge wäre, aber doch zumindest eine Ausnahme. Aber da habe ich die $SUCHMASCHINE wohl mit den falschen Begriffen gefüttert. PV-WEidezaungeräte gibbet wie Sand am Meer.

Aber meines hat nicht so viel gekostet :-)


Nach einigen Wochen Betrieb kann ich jetzt sagen, dass ich das Gerät bis zum Herbst nicht weiter betüddeln muss. Die Spannung ist trotz mehreren regnerischen Tagen hintereinander nicht unter 12V gesunken und steigt im Tagesverlauf trotz Regen wieder auf 12,4V.
Operation gelungen, Patient lebt :-) Eine ständige Baustelle weniger…


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