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05. Nov 2014

Luftfeuchte, Temperatur und Taupunkt berechnen: Lohnt sich das Lüften?

Lüften oder nicht lüften, dass ist hier die Frage

(For the English-speaking reader: Have a look at this blog entry, I tried a translation of this post.)

Nach etlichen Schwierigkeiten mit Google, Dyn.org und meinem neuen DDNS-Anbieter afraid.org, die dazu geführt haben, dass meine Seiten aus dem Google-Index verschwanden, habe ich diese Probleme anscheinend gelöst. Dank dafür an dnshome.de.
Vorher war abzusehen, dass die Berechnung der absoluten Luftfeuchte eine sehr beliebte Seite war. Die Intention dieser Seite war eigentlich anhand einer Innen- und Außenmessung von Temperatur und rel. Luftfeuchtigkeit zu berechnen, ob das Lüften im Haus gerade sinnvoll ist oder sogar schadet im Sinne von mehr Feuchtigkeit hereinzuholen. Es gibt zwar das eine oder andere elektronische Gerät, dass diese Empfehlung auch ausgibt (z.B. das TFA 'BelAir'), aber da fehlen dann Zahlenwerte, die für eine Vermeidung von Bauschäden nicht ganz uninteressant sind.

Dank eines Freundes ist diese Intention nun Wirklichkeit. Das Script erwartet Temperatur und Feuchtigkeitsangaben (Punkt statt Komma!) und berechnet die Taupunkte und die absoluten Wassergehalte der Luft. Es wird dann plakativ ausgegeben, ob sich das Lüften lohnt oder eben nicht. Je nach Qualität der Messwerte sind die Angaben natürlich mehr oder minder weit entfernt von der Wirklichkeit, beim eventuellen Lüften sollte also das Hygrometer im Auge behalten werden, damit das Lüften wirklich Sinn macht.

Erwartet bitte keine Killer-App hier, das Ganze ist einfach gestrickt und darf auch einfach bleiben. Vielleicht wird das irgendwann mal erweitert oder angehübscht, aber es erfüllt den Zweck auch jetzt sehr gut. Hier bei uns hat die BASIC-Urversion auf einem programmierbarem Uralt-SHARP PC 1401 geholfen ein durchfeuchtetes Haus recht schnell in ein angenehm trockenes zu verwandeln und zu erhalten.

  Innen Aussen
Temperatur °C
relative Luftfeuchte in %

acht Kommentare

Hi Bierderlog-Macher, schön, dass Ihr auch die Frage mit dem Lüften kennt u eine Lösung mittels des Berechnungsprogramms bietet. Kenne mich mit Physik nicht aus, daher bin ich auf anderen Infos von Fachleuten nicht ausreichend schlau geworden. Und wenn man eine Klima oder Trocknungsfirma befragt, sagen die “Lüften lohnt immer”. Mein Fall ist aber nicht so einfach, aber sicher wohl nicht exotisch. Vielleicht mögt Ihr ja das Brechnungsprogramm eines Tages erweitern. Aber es ist jetzt schon prima. Kann es mehrmals tägl. brauchen. Schade, dass es nicht ohne Internet auf meinem PC läuft, denn mein Interempfang ist oft gestört.
Zum Bedarf in meinem Fall: Meine Wohnung liegt in einem Betonbau und die Westfassade ist nicht okay, habe darauf aber keinen Einfluss. Also wenn ich nicht lüften würde, käme allein schon durch die Westwand Feuchtigkeit rein. Deshalb habe ich ein Entfeuchtungsgerät angeschafft. Hier drinnen erzeugen wir zu zweit auch Feuchte (Haushalt, Atem) zumal wir meist zuhause sind. Ich kann nicht Lüften, wann ich will, weil andere Hausbewohner auf Balkonen rauchen oder auch Lüften, was alles bei mir rein zieht, von Kaminen der Nebenhäuser kommt oft auch Abluft rein. Also muss ich gezielt die Phasen abpassen, wann draußem frische Luft ist z.B. ganz früh morgens. Sie sollte aber auch nicht zu feucht sein, denn ich möchte keine Feuchte rein holen, sondern muß ja sogar täglich Feuchte rausschaffen. Nicht einfach: Morgennebel draußen oder entstehe Nebelschwadenk, die mit beginnendem Sonnenschein in den 500m entfernt gelegenen, bewaldeten Berghängen entstehen.
Ich habe also z.B. morgens die Situation, dass über Nacht in einem geschlossenen Raum der Entfeutchter lief und evtl. ist es daher trockner als draußen. In anderen Räumen ist es ggf. feuchter als draußen. Da gibt’s mind. 3 Feuchtegrade zu verleichen. Seit ich vor ein paar Tage Eure Berechnungsprogramm entdeckte, führe ich nun in meinen Lüftungssphasen Notizen, denn ich kann mir die Werte nicht merken. So kann ich innerhalb der z.B. einstündigen Lüftungspase sehen, wie es sich entwickelt. Es ist hier an der Weinstraße jahreszeitlich jetzt Angang schon so warm, dass man nicht nur kurz lüftet, wie im Winter. Im Gegenteil in drei Tagen soll es 30 Grad werden. Dann werde ich wieder mittels Thermometer mit Aussenfühler am frühen Vormittag beobachten, wann man am besten zumacht, damit man die Hitze nicht reinläßt.
Scade, daß ich hier zuhause nicht die Daten mehrerer Messorte und Messzeitpunkte im Vergleich habe, um zu wissen, wann zu lüften ist und wann nicht.

Ich habe bisher nur ein einfaches digitales Hygrometer, aber vielleicht schaffe ich 2-3 Haarhygrometer an. Aber habe gesehen, dass man sogar welche kaufen kann, die beim Messen der relativen Feuchte auch per Scala dann die absolute Feuchte ablesen lassen. Mal sehen, muss mich wohl noch weiter informieren, oder wisst Ihr damit Bescheid?
Liebe Grüße Iris


Moin Iris,

zuerst mal freu ich mich, dass Du unseren Vergleichsrechner brauchen kannst. Ich nutze ihn vor allem in den Übergangszeiten (Frühling, Herbst) auch oft.

Der Kommentar “Lüften lohnt immer” ist, wenn er sich allein auf die Raumfeuchte bezieht, eindeutig falsch, das bedarf, glaube ich, keiner Erklärung. Eventuell beziehen die aber auch die Luftqualität mit ein, und dann sieht das schon anders aus.

Aber so einen Satz bei einem vordringlichem Feuchtigkeitsproblem von sich zu geben halte ich für ein wenig – naja, suboptimal.

Das richtige Lüften ist ein weites Feld, wie Du selbst merkst, und in Deinem Fall ist eigentlich nur durch ständiges Messen mehrerer Werte (Lufttemperatur u. —feuchte außen und innen, zusätzlich die Oberflächentemperatur der kältesten Wandstellen und die Wandfeuchtigkeit an diesen Stellen) und entsprechendes Lüftungs— und Heizverhalten eine Besserung zu erwarten.

Aber als allererstes täte ich mal den lieben Vermieter mit Nachdruck auf die kaputte Westfassade hinweisen, denn eine dauerhafte Lösung Deines Feuchteproblems wird nur durch Reparatur der Fassade erreicht. Erstmal freundlich, dann bestimmter. Und wenn dann immer noch nix passiert durchaus auch mal an Rechtsschutz und Mieterbund denken.

Falls Du noch weitere Fragen oder Anmerkungen hast, wie z.B. in welche Richtung wir das Script erweitern könnten, dann schreib mich ruhig per mail an

Gruß
Frank


Hi Frank, danke für die Antwort.
Meine Anregung: Ich hätte gern die Empfehlung “… aber Lüften lohnt nicht” in Deinem Programm etwas genauer benannt. Ist damit gemeint, daß es nicht lohnt, weil in einer Wintersituation zuviel Heizenergie verloren ginge, wenn man wegen nur kleinem Feuchteunterschied lüftet? Wenn ja, dann könnte das Programm sich die Empfehlung dann sparen, wenn es sich nicht um gr. Innen-/Außenunterschiede handelt oder es könnte dabei stehen “… lohnt sich nicht, wenn du danach erst wieder viel Energie z. Heizen aufwenden mußt.” Denn derzeit – so scheint mir – wird bei geringen Kalt/Warmunterschieden vom Lüften abgraten, was bei angenehmen Außentemperaturen irreführend sein kann.
Denn wenn es draußen nicht zu kalt oder feucht ist, läßt man ja gern mal länger auf, um z.B. Kochgerüche gründlich raus zu kriegen und viel Sauerstoff rein.
Da kann es sich auch bei kleinen Unterschieden in der absoluten Luftfeuchte lohnen zu lüften, statt die Bude geschlossen zu lassen.

Frage: Hast du dich damit befaßt, ob der Luftdruck auch einbezogen werden muss?
Laut z.B. http://www.ib-rauch.de/bautens/formel/ab.. ist das scheinbar wichtig, aber das ist so eine Seite, die ich als Physik-Laie nicht kapiere. Ich will auch kein Studium machen, sondern nur für meinen Fall wissen, was einzebeziehen ist.
Schöne Grüße Iris


Lüften jetzt sinnvoll Ja/Nein ist prima für mich. Ohne diese Info war ich vorlauter Unsicherheit, was das Richtige ist, in Grübelitis verfallen und hatte eher nicht gelüftet.
Wie meine Messungen und die Eingabe in deinen Rechner jetzt ergaben, lohnt sich lüften um diese Jahreszeit hier fast immer – wo doch innen täglich einige Feuchtigkeit von uns produziert wird.
Danke u. Gruß Iris


Wie ist den die Formel, kann man die Formel einfach mit den 2 Werten bestücken (Temperatur und relative Luftfeuchte)?

Ich würde gerne einen Lüfter ansteuern, wenn die absolute Luftfeuchte draußen geringer ist als drinnen. Ich habe leider nicht die Formel ableiten können, die mir die absolute Luftfeuchte berechnet, da bleiben bisher immer zu viele Variablen übrig. Hier hast du es ja vorgemacht, das es mit den zwei Variablen (relative Feuchte und Temperatur) funktionieren kann, vielleicht könntest du ja die Formel veröffentlichen.

tolle seite!!!
wir haben ein altes haus und müssen sehr auf feuchtigkeit achten. im keller würde ich gerne einen ventilator in eine fensterscheibe einsetzen, der nach abwägung der außen- und innen temperaturen und luftfeuchtigkeiten ein- oder ausschaltet. gibts wohl so eine schlaue maschine?? gruß


Ich fände die Formel auch sehr interessant! In meinem smarthome Messe ich bereits innen und außen die notwendigen Werte und lasse sie auf meinem Handy anzeigen. Jetzt wäre es noch schöner, wenn ich mir mit deiner Formel eine lüftungsempfehlung auf dem Handy anzeigen lassen könnte. Ich wurde mich freuen, wenn du die Formel hier bekannt geben würdest.


Hallo,

wie bekomme ich denn jetzt die Lüftungsempfehlung? Wenn ich die Zahlenwerte eingebe und “Berechnen” drücke, dann passiert nichts